Verband der Auslandspresse in Wien

Auf dem Weg zum grünen Stromkonzern

Auslandspresse diskutiert mit Wolfgang Anzengruber, Vorstandschef der Verbund AG, die Energiezukunft.

Die Verbund AG ist mit einem Umsatz von drei Milliarden Euro Österreichs größter Stromversorger. Beim Besuch der Mitglieder aus Auslandspresse in Wien stand die Strategie des Energieriesen auf dem Weg zu einem grünen Konzern im Mittelpunkt. Nach Angaben von Konzernchef Wolfgang Anzengruber will die Verbund AG Europas erster CO2-freier Energiekonzern werden. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen aus der thermischen Energieerzeugung aussteigen. Schon heute produziert der Verbund 96 Prozent seines Stroms mit Wasserkraft, Wind und Sonne. Das in Wien ansässige Unternehmen, das zu 51 Prozent dem österreichischen Staat gehört, betreibt 127 Wasserkraftwerke in Österreich und Deutschland.

Die grüne Verbund-Strategie passt gut zur neuen wirtschaftspolitische Strategie der österreichischen Regierung unter Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). Sie will den effizienten Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. Kern setzt auf eine Dekarbonisierung und eine Elektrifizierung, um ihre klimapolitischen Ziele zu erreichen.

Weitere Themen des Frühstück mit dem CEO waren die niedrigen Strompreise und der Ausbau der E-Mobility. Der Verbund hat über seine Tochter Smartics bereits 400 Ladepunkte errichtet, die maximal 60 Kilometer voneinander entfernt sein. Davon sind 200 Schnellladestationen mit Leistungen von 43 und 50 Kilowatt. Anzengruber, der selbst ein Elektroauto fährt, ist vom Durchbruch der E-Fahrzeuge zutiefst überzeugt. Der höhere Strombedarf ist für den Verbund kein Problem. "Wenn alle 4,2 Millionen Pkw in Österreich mit Elektromotoren unterwegs sind, bedeutet das nur einen Mehrbedarf an Strom von zwölf Prozent", sagte Anzengruber.

Künftig will sein Unternehmen in die Ultra-Schnellladung im Bereich von 300 bis 400 Kilowatt einsteigen

Biographie:

Wolfgang Anzengruber ist seit 2009 Vorsitzender des Vorstands der Verbund AG, die mehrheitlich dem österreichischen Staat gehört. Anzengruber, geboren 1956 in Steyr, studierte Maschinenbau und Betriebswissenschaften an der TU Wien. Nach Stationen bei der ABB Österreich und der Salzburg AG wurde er 2003 Vorstandschef der Palfinger AG und sechs Jahre später Chef des größten Stromkonzerns in Österreich.

Foto: © VERBUND


Fotos der Veranstaltung: Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber mit der Auslandspresse in der Wiener Konzernzentrale