Verband der Auslandspresse in Wien

Österreich – eine zerrissene Republik? Wege aus der Mittelmäßigkeit.

Der Österreichische Journalisten Club und das Hotel Zeitgeist Vienna laden zu einer neuen Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Medien im Zeitgeist“, bei der aktuelle und zeitlose Themen aus der Medienlandschaft diskutiert werden.

Anlässlich des neuen Buchs „Österreich – Die zerrissene Republik“ von Hans-Peter Siebenhaar diskutiert eine hochkarätige Runde internationaler Korrespondentinnen und Korrespondenten. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verband der Auslandspresse in Wien.

Das politische Jahr in Österreich war 2016 freundlich formuliert „spannend“. Ein Rechtspopulist verfehlte um nur wenige Stimmen das höchste Amt im Staat, dafür hat Österreich erstmals einen Bundespräsidenten, der von einer Oppositionspartei nominiert wurde. Aber wie groß sind die Probleme des kleinen Landes aus internationaler Sicht?

Am Podium:

- Hans-Peter Siebenhaar, (Handelsblatt, Präsident der Auslandspresse in Wien)

- Meret Baumann (Neue Zürcher Zeitung, Vorstand Auslandspresse in Wien)

- Peter Balzi (SRF, Schweiz)

- Antonio Sanchez Solis (EFE, angefragt)

 

Moderation:

Florian Müller, Vorstand Österreichischer Journalisten Club

 

Veranstaltung:

Donnerstag, 20. April 2017, 19.00 Uhr

Hotel Zeitgeist Vienna, Sonnwendgasse 15, 1100 Wien

 

Anmeldung unter organisation(at)oejc.at

 

Die Sendung wird aufgezeichnet von W24 – das Stadtfernsehen.

Gruppenbild des Podiums

Antonio Sanchez Solis (EFE, Spanien), Hans-Peter Siebenhaar, Handelsblatt (Handelsblatt, Deutschland), Meret Baumann (NZZ, Schweiz), Peter Balzi (SRF, Schweiz) und Florian Müller, Vorstand Österreichischer Journalisten Club

Video der Veranstaltung auf W24:
http://www.w24.at/24-Stunden-Wien/254975/11917

Zum Buch:

In seinem kenntnisreichen Buch "Österreich – Die zerrissene Republik", das am 10. März 2017 im Schweizer Verlag Orell Füssli erscheinen wird, analysiert Siebenhaar ungeschminkt, wie es zum Abstieg Österreichs kommen konnten. Noch vor zehn Jahren war alles ganz anders: Damals galt Österreich in jeder Hinsicht als Vorbild und als das bessere Deutschland. Heute hinkt Österreich wirtschaftlich Deutschland hinterher, ausländische Investoren bleiben aus, die grossen Parteien scheinen machtlos gegen die Erstarrung, populistische Scharfmacher vergiften das gesellschaftliche Klima. Schonungslos legt der Autor seine Finger in offene Wunden wie verkrusteter Bürokratie, nachhaltigen Reformunwillen und hemmungsloser Schönrednerei. Siebenhaar zeigt, wie Ränkespiele, Gefallssucht und Opportunismus zu einer für Österreich gefährlichen Stagnation führen.

»Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält«, formulierte einmal treffend die große Erzählerin Marie von Ebner-Eschenbach. In der Tat: Noch bis vor kurzem blickten viele neidvoll auf das ehrgeizige EU-Land, das durch die Erschließung der osteuropäischen Märkte über Nacht reich wurde. Politische und wirtschaftliche Stabilität der neutralen Alpenrepublik schienen so sicher wie das Amen im Wiener Stephansdom.

Doch das hat sich geändert. Die einst so geschätzte und in vielem bewunderte Alpenrepublik wird sich selbst und Europa zum Problem. Der ungehemmte Populismus hat die politisch-sachliche Atmosphäre vergiftet. Nur wenige Stimmen fehlten am Ende 2016, dann hätte erstmals ein Rechtspopulist in Westeuropa das höchste Amt im Staate bekleidet. Den beiden Volksparteien, die das Land im Alleingang abwechselnd regiert haben, droht der radikale Machtverlust. Der errungene Wohlstand durch die Osterweiterung ist gefährdet, Unternehmen und Banken hängen durch, die Arbeitslosigkeit steigt. Längst ist die fremdenfeindliche FPÖ zur stärksten politischen Kraft aufgestiegen. Kein Wunder, denn statt Überzeugungen und Prinzipien prägen Opportunismus und Ränkespiele das Land. Österreich wird zum Testfall für Deutschland und Europa.