Verband der Auslandspresse in Wien

7. Medienmittelpunkt Ausseerland 2021

Von einer Krise in die nächste? Der taumelnde Kontinent – Perspektiven und Lösungen für Österreich und Europa

Durch das Corona-Virus wurde die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa ausgelöst: Die Pandemie führt uns die Verwundbarkeit unseres marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystems und des europäischen Einigungsprozesses auf dramatische Weise vor Augen. Seit mehr als einem Jahr wütet das Virus. Was werden die weiteren Auswirkungen auf Wirtschaft, Tourismus, Gesellschaft, und Politik und Tourismus sein? Welche Perspektiven gibt es für Europa und Österreich? Welche Lösungen brauchen wir?

Die Pandemie hat in unserer weltweit vernetzten Wirtschaft schonungslos Abhängigkeiten im Zeitalter der Globalisierung offengelegt. Welche Lehren ziehen daraus Unternehmen und Politik? Wie kann sich Europa besser auf die nächste Krise rüsten? Was kann die EU den wiedererwachten nationalistischen Reflexen entgegensetzen? Wie sieht der Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie im Praxistest aus? Wie verändern sich Tourismus und Medien? Und welche neuen Initiativen beflügelt die Krise – gerade im Salzkammergut, wo sich mehrere Gemeinden zur Kulturhauptstadt 2024 zusammengeschlossen haben?

Der 7. Medien.Mittelpunkt.Ausseerland vom 10. bis 12. Juni 2021 wird nicht nur Probleme diagnostizieren, sondern auch Lösungen anbieten. Dazu treffen sich internationale Entscheider und Experten aus Wirtschaft, Tourismus, Medien, Politik und Kultur für drei Tage im steirischen Salzkammergut.

Inhaltlich zeichnen der Verband der Auslandspresse in Wien, Heidi Glück - spirit & support, sowie die ProMedia Kommunikation für die Veranstaltung verantwortlich. Die Veranstaltung wird getragen vom Tourismusverband Ausseerland – Salzkammergut.


Eröffnung - Donnerstag

Im Kur- und Congresshaus in Bad Aussee konnte unter strengen Corona-Auflagen und mit reduzierter Teilnehmer*innen-Zahl der 7. Medien.Mittelpunkt eröffnet werden. Unter dem Motto: „Von einer Krise in die nächste? Der taumelnde Kontinent – Perspektiven und Lösungen für Österreich und Europa“ fanden sich mehr als 60 interessierte Gäste ein.

Pamela Binder, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Ausseerland-Salzkammergut, eröffnete mit den Worten „es ist für mich ganz ungewöhnlich, dass ich hier vor Ihnen stehen darf.“ Denn nach langen Planungen sei sie froh, dass der Medien.Mittelpunkt heuer überhaupt stattfinden kann. Auch Heidi Glück, Initiatorin der Veranstaltung, erzählt von der intensiven Organisation im Vorhinein und Franz Frosch, Bürgermeister von Bad Aussee, überraschte die Gäste mit einem selbstgeschriebenen Gedicht: „Wonn ma uns onschaut im steirischen G’wand, siacht ma die Heimat – das Ausseerland.“ Auch Ivo Mijnssen, Ost-Europa Korrespondent der NZZ und frischgebackener Präsident des Verbands der Auslandspresse in Wien, hieß die Teilnehmenden herzlich willkommen.

Transformation durch die Krise

Magenta-CEO Andreas Bierwirth spricht in seiner Keynote über den Umgang mit der Gesundheitskrise und über die daraus gezogenen Erkenntnisse.  Seiner Meinung nach, stelle sich die Frage, ob man diese noch immer als Krise bezeichnen könne. Wirtschaft, Bildung und Politik haben eine Transformation erlebt und sollten die Kraft daraus nutzen. Im Anschluss diskutierte Bierwirth gemeinsam mit UNIQA-Vorstand René Knapp, AMS-Vorstand Johannes Kopf, Emporia-CEO Eveline Pupeter, Miba AG-Vorstand Franz-Peter Mitterbauer und WIFO-Expertin Margit Schratzenstaller über Auswirkungen der Pandemie in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung und Europa. Durch das Gespräch führte Die Presse-Chefredakteur Rainer Nowak.

Koglers klare Worte

Am Abend besuchte auch Vizekanzler Werner Kogler den Medien.Mittelpunkt. Mit NZZ-Korrespondent Ivo Mijnssen reflektierte er das vergangene Jahr und die Rolle der Grünen in der Regierung. Diesbezüglich findet der Grünen-Chef klare Worte: Seiner Meinung nach, brauche es gerade jetzt eine stabile Regierung und er ortet weiterhin großes Vertrauen der Bevölkerung in ihre gewählten Vertreter*innen. In Bezug auf den Klimaschutz zeigt sich Kogler zuversichtlich: „Wir sind dank grüner Handschrift voll auf der Überholspur.“

Schwungvoller Ausklang

Nach den ersten Programmpunkten fanden sich die Teilnehmer*innen des 7. Medien.Mittelpunkt Ausseerland auf der Terrasse des Kur- und Congresshauses Bad Aussee zusammen und konnten dank gelockerter Corona-Maßnahmen den Austausch fortsetzen. Musikalisch unterlegt wurde der Ausklang von HOLAtrio.

 

 

Fotos Medienmittelpunkt 2021

Bildnutzung nur im Rahmen einer redaktionellen Verwendung.

Fotocredit: ProMedia


Tourismus & Medien - Freitag

Die steirische Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Regionen, Wissenschaft und Forschung, Barbara Eibinger-Miedl, eröffnete den zweiten Tag des Medien.Mittelpunkt Ausseerland. „Wir wollen das grüne Herz Österreichs sein“, betonte Eibinger-Miedl und freute sich, dass der Tourismus in der Region endlich wieder zum Leben erweckt wird.

Eine hochkarätige Gesprächsrunde aus der Kultur diskutierte danach die Chancen, die die Kulturhauptstadt „Die Originale 2024“ in das Salzkammergut bringen kann. Landesrätin Eibinger-Miedl, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Ausseerland - Salzkammergut, Pamela Binder, Aufsichtsratsvorsitzender der Kulturhauptstadt GmbH 2024, Hannes Heide, Bürgermeister von Grundlsee, Franz Steinegger und Künstlerin Heidi Zednik beleuchteten das Thema aus ihren jeweiligen Perspektiven. Die Podiumsteilnehmer sind sich einig, dass bei dem Projekt Kulturhauptstadt Qualität vor Quantität stehen muss. „Es geht bei der Kulturhauptstadt nicht darum, ein Feuerwerk abzuschießen und danach bleibt nur mehr Rauch, sondern es geht um nachhaltige wie langjährige Entwicklung in den Regionen“, betonte Heide.

Hoher Besuch aus Brüssel

EU-Budgetkommissar Johannes Hahn begab sich mit dem ehemaligen Europa-Korrespondenten Hans-Peter Siebenhaar auf gedankliche Weltreise. Er kritisierte, dass sich die Europäische Union kleiner mache als sie tatsächlich sei: „Wir Europäer neigen zur Selbstverzwergung, dabei sind wir absolut auf Augenhöhe mit den USA und China.” China sei für die EU-Kommission Partner, Mitbewerber und systemischer Rivale. „Wir haben uns in der Vergangenheit zu sehr vom chinesischen Narrativ, nur an Geschäften interessiert zu sein, einwickeln lassen“, so Hahn. Er sprach sich außerdem für den EU-Beitritt der Westbalkan-Länder aus und sah in der demographischen Entwicklung Afrikas eine Herausforderung für die Zukunft.

Wie geht es mit dem Tourismus weiter?

Am späten Nachmittag starteten die Schüler der HBLFA Raumberg-Gumpenstein Erich Deu, Johann Hörzer und Manuel Schrempf mit ihren Statements zum Thema „Krise – Lernen für die Zukunft“. Das junge Trio beeindruckte das Publikum mit ihrer Darbietung, wie die Pandemie sich auf junge Menschen ausgewirkt hat. Mit ihrem sprühenden Optimismus, dass das Leben immer weitergeht, erntenden sie tosenden Applaus. Im Anschluss sprach Tourismusexpertin Petra Stolba über „Die Zukunft des Tourismus“. Die ehemalige Geschäftsführerin der Österreich Werbung erläuterte, welchen Transformationsprozessen sich der Tourismus stellen müsse, um zukunftstauglich zu werden: “Viele fragen sich, wie geht es zurück zum alten Normal? Wir werden die Aufgabe haben, in ein neues Normal einzutreten“, verdeutlichte Stolba.

In der anschließenden Podiumsdiskussion debattierte Stolba mit Sacher-CEO Matthias Winkler sowie dem Hotelier und Gastronom Johannes Pfefferkorn aus Lech über notwendige Transformationen im Tourismus. Für Winkler und Pfefferkorn war das letzte Jahr mehr als turbulent: „In der Stadthotellerie gab es ein Minus von 95%”, bedauerte Winkler. Bei Pfefferkorn wurde die Wintersaison abrupt beendet: „Es kam eine wirklich ruhige Zeit auf mich zu. Zu ruhig“, wie er betonte. Die beiden Hoteliers haben diese Zeit dafür genützt Neues auszuprobieren. Corona sei für den Tourismus eine Riesenchance, sind sich die Diskussionsteilnehmenden einig: „Wenn wir ins Tun kommen, dann wird die Krise eine Chance gewesen sein”, zeigten sich beide optimistisch.

Wie die Krise die Medien verändert hat

Die Medien mussten in den vergangenen Monaten nicht nur über die Krise berichten, sondern waren auch selbst davon massiv betroffen. Das komme nicht häufig vor, legte „Die Presse“-Redakteurin Anna-Maria Wallner beim letzten Programmpunkt des Tages dar. Sie präsentierte sieben Thesen der Veränderung in der Medienbranche. In einer Podiumsdiskussion im Anschluss debattierte Wallner mit APA-Chefredakteur Johannes Bruckenberger, der stv. Chefredakteurin vom „Standard“ Petra Stuiber, Datum-Redaktionsleiterin Elisalex Henckel Donnersmarck und dem ARD-Korrespondenten Clemens Verenkotte über das Arbeiten von zu Hause, die Kurzarbeitermodelle im Journalismus, aber auch über die Chancen, die die Pandemie mit sich bringe. Geleitet wurde die Gesprächsrunde von Journalist und Autor Helmut Spudich.


Abschluss - Samstag

Spannende Einblicke in Paul Lendvais Welt

Auf der idyllischen Seewiese am Altausseer See fand der 7. Medien.Mittelpunkt Ausseerland seinen Abschluss. Die Kurier-Chefredakteurin Martina Salomon führte mit Prof. Paul Lendvai ein interessantes und gleichzeitig unterhaltsames Gespräch über Russland und China und die Herausforderungen der Europäischen Union. In Russland diene die Außenpolitik als Ablenkungsmanöver für wirtschaftliche und soziale Probleme im Land, so Lendvai. 

Ein zufriedenes Resümee über die 7. Auflage des Diskussionsformats zogen die Oranisator*innen und Initiator*innen Heidi Glück ( GF spirit&support), Pamela Binder (GF TVB Ausseerland-Salzkammergut) , Ivo Mijnssen (Präsident der Auslandspresse in Wien) und Stefan Kröll (GF ProMedia Kommunikation). "Die Lust und Freude der Experten und Teilnehmer am inhaltlichen und persönlichen Austausch war deutlich spürbar. Das Programm bot eine vielfältige Mischung, und wir freuen uns auf die 8. Auflage im Jahr 2022."